Spinalkanalstenose

Home » Spinalkanalstenose
Spinalkanalstenose

Spinalkanalstenose

Was bedeutet Spinalkanalstenose?
Es ist eine Kompression des Rückenmarks oder der Nervenwurzeln durch eine Verengung des Wirbelkanals. Entwickelt sich eine Rückenmarksschädigung, spricht man von Myelopathie; wird die Schädigung im MRT sichtbar, wird sie als Myelomalazie bezeichnet.

Wer ist häufiger betroffen?
Häufiger im höheren Alter, besonders in der:
Halswirbelsäule (zervikal)
Lendenwirbelsäule (lumbal)
Mit dem Alter nehmen Bandscheibendehydrierung, Facettengelenksvergrößerung und Bandverdickung zu und verstärken die Enge.

Welche Symptome treten auf?

  1. Nacken-/Rücken-/Kreuzschmerzen
  2. Verlust der Feinmotorik der Hände (z. B. Knöpfen)
  3. Beinschmerzen und Steifigkeit, die beim Gehen zunehmen (neurogene Claudicatio)
  4. Besserung beim Vorbeugen
  5. Blasen-/Darmstörungen oder sexuelle Funktionsstörung (in fortgeschrittenen Fällen)

Wie wird die Spinalkanalstenose beurteilt?
• Neurologische Untersuchung
MRT (Engestufe und Rückenmarksbeteiligung)
Zeitnahe Therapieplanung bei progredienten Befunden
„Wenn eine dauerhafte Rückenmarksschädigung entstanden ist, gibt es keine bewiesene Behandlung, die sie rückgängig macht. Deshalb ist eine frühe Diagnose entscheidend.“

Kann sich eine Spinalkanalstenose bessern?
Das Hauptproblem ist mechanischer Druck auf Rückenmark oder Nervenwurzeln. Bei geeigneten Patienten kann die operative Druckentlastung zu einer Reduktion oder Stabilisierung der Symptome führen.
In der Literatur zeigen bei korrekter Indikationsstellung etwa 60–80 % der Patienten eine deutliche Besserung von Schmerzen und Gehfähigkeit. Ergebnisse variieren je nach Krankheitsdauer, Vorliegen einer dauerhaften Rückenmarksschädigung (Myelomalazie) und Begleiterkrankungen.

Was passiert, wenn die Operation verzögert wird?
Bleibt das Rückenmark lange komprimiert, können irreversible Nervenschäden entstehen. In solchen Fällen kann die Operation das Fortschreiten stoppen, verlorene Funktionen kehren jedoch möglicherweise nicht vollständig zurück.

Wie wird behandelt? (stufenweiser Ansatz)

  1. Klinische und MRT-Beurteilung
  2. Wenn keine fortgeschrittenen neurologischen Defizite vorliegen: engmaschige Kontrolle und Symptomkontrolle
  3. Bei progredienter Schwäche, Gangstörung oder Blasen-/Darmfunktionsstörung: Abklärung zur operativen Dekompression

Kann man ohne Operation behandeln?
Die aktuelle wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass es keine nicht-operative Methode gibt, die den Spinalkanal dauerhaft erweitert. Nicht-operative Maßnahmen können bei manchen Patienten Symptome vorübergehend lindern, beseitigen aber nicht die zugrunde liegende Kompression.