Pseudotumor cerebri (idiopathische intrakranielle Hypertension)

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Pseudotumor cerebri (idiopathische intrakranielle Hypertension)

Pseudotumor cerebri (idiopathische intrakranielle Hypertension)

Was bedeutet Pseudotumor cerebri?
Es liegen Zeichen eines erhöhten Hirndrucks vor, ohne dass ein Hirntumor besteht. Der Liquor ist meist unauffällig, und eine klare Ursache wird nicht gefunden.

Wie häufig ist das?
Laut epidemiologischen Studien:
• Allgemeinbevölkerung: etwa 1–2 Fälle pro 100.000 Personen und Jahr
• adipöse Frauen: etwa 10–20 Fälle pro 100.000
Etwa 90 % der Betroffenen sind adipöse Frauen im gebärfähigen Alter, etwa 10 % sind Männer.

Warum ist das wichtig?
Unbehandelt kann durch Druck auf den Sehnerv ein dauerhafter Sehverlust entstehen.

Wie bessert sich Pseudotumor cerebri?
Erstlinientherapie sind Lebensstilmaßnahmen (v. a. Gewichtsreduktion) und Medikamente, die die Liquorproduktion senken, z. B. Acetazolamid.
• Einige Studien zeigen, dass 5–15 % Gewichtsverlust mit einer Rückbildung des Papillenödems verbunden sein können.
• Eine Studie von 1998 berichtete mindestens eine Gradverbesserung der Papillenschwellung bei etwa 2,5 kg Gewichtsabnahme; Gesichtsfeldausfälle bessern sich jedoch nicht bei jedem Patienten.

Wie werden die Symptome kontrolliert? (stufenweise)

  1. Medikamente + Gewichtsmanagement
  2. Intermittierende Lumbalpunktion (zur Symptomkontrolle)
  3. Operative Liquorableitung (bei Sehverlust-Risiko)
    „Eine Lumbalpunktion kann vorübergehend entlasten; sie wird selektiv eingesetzt wegen seltener, aber schwerwiegender Risiken wie Meningitis/Arachnoiditis und der Möglichkeit wiederholter schmerzhafter Eingriffe.“

Was, wenn Sehverlust droht?
Ventrikuloperitoneale
oder lumboperitoneale Shunt-Optionen (neurochirurgisch) werden erwogen. In geeigneten Patienten wurden in der Literatur bis zu 80 % Stabilisierung oder Verbesserung des Sehvermögens berichtet.

Was ist eine Optikusnerv-Fenestration?
Ein augenärztlicher Eingriff, bei dem kleine Öffnungen in die Sehnervscheide gesetzt werden, um Schwellung zu reduzieren. Kurzfristiger Nutzen ist möglich, es bestehen jedoch Risiken wie Verschluss der Netzhautarterie, Neuropathie, Blutung und Augenbewegungsstörungen.