Wie werden thorakale (mittlerer Rücken) Frakturen behandelt?

Frage: Warum haben Rückenfrakturen zugenommen?

Antwort: Obwohl die Sterblichkeit durch Verkehrsunfälle gesunken ist, hat die Häufigkeit von Wirbelsäulenfrakturen aufgrund höherer Fahrgeschwindigkeiten und Traumata wie Stürzen aus der Höhe zugenommen. Mit der alternden Bevölkerung treten auch osteoporosebedingte Frakturen häufiger auf.
Personen mit Osteoporose haben ein 3–5-fach höheres Risiko für Wirbelkörperfrakturen im Vergleich zu Menschen mit gesunder Knochenstruktur.

Frage: Wie werden osteoporosebedingte Rückenfrakturen behandelt?

Antwort: Bei osteoporotischen Niedrigenergiefrakturen können nicht-operative oder minimalinvasive chirurgische Methoden bevorzugt werden.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Vertebroplastie und Kyphoplastie?

Antwort:

  1. Vertebroplastie: Einspritzen von Knochenzement in den Wirbelkörper
  2. Kyphoplastie: Aufrichten des eingesunkenen Wirbels mit einem Ballon + Zementinjektion
    Diese Verfahren sind laut Berichten besonders wirksam für Schmerzreduktion und funktionelle Erholung, wenn sie innerhalb der ersten 6–12 Wochen nach der Fraktur durchgeführt werden.

Frage: Wann ist eine „Instrumentation“-Operation (Fusion/Hardware) erforderlich?

Antwort: Eine umfangreichere Operation wird erwogen, wenn:
• die Fraktur die Stabilität der Wirbelsäule stört
• eine Rückenmarks- oder Nervenkompression vorliegt
• eine frühe Mobilisierung notwendig ist
mehrsegmentale oder Trümmerfrakturen bestehen
Diese Eingriffe werden medizinisch als Fusion/Instrumentation bezeichnet.

Wie wird die Behandlungsmethode bei Rückenfrakturen ausgewählt?

  1. Ist die Fraktur osteoporotisch oder traumatisch?
  2. Liegt eine Rückenmarks- oder Nervenkompression vor?
  3. Ist die Wirbelsäulenstabilität beeinträchtigt?
  4. Wie sind Alter und Begleiterkrankungen des Patienten?
    Der Behandlungsplan richtet sich nach den Antworten auf diese Fragen.