Kann Demenz geheilt werden?
Demenz ist keine einzelne Erkrankung. Kognitive Beeinträchtigungen können bei manchen Ursachen reversibel sein. Beispiele:
• Vitamin-B12-Mangel
• Schilddrüsenhormonstörungen
• Normaldruckhydrozephalus (Adams–Hakim-Erkrankung) – bei richtiger Behandlung – kann eine Besserung kognitiver Funktionen zeigen.
Welcher Anteil der Demenzen ist auf Normaldruckhydrozephalus zurückzuführen?
Studien weisen darauf hin, dass Normaldruckhydrozephalus etwa 5 % aller Demenzfälle ausmacht. Wichtig ist, dass er eine potenziell behandelbare Ursache der Demenz darstellt.
Was sind typische Symptome der Adams–Hakim-Erkrankung? (klassische Trias)
- Gangstörung (kleinschrittig, schlurfend)
- Störungen von Kurzzeitgedächtnis und Aufmerksamkeit
- Harninkontinenz oder fehlendes Harndrang-Empfinden
Gangstörung ist meist das früheste Symptom.
Worin unterscheidet sich das von Alzheimer?
Beim Normaldruckhydrozephalus:
• ist Gedächtnisverlust oft milder und langsamer progredient,
• fehlen ausgeprägte kortikale Zeichen (z. B. schwere Sprachstörung oder Agnosie) häufig,
• besteht bei richtiger Behandlung eine Chance auf klinische Besserung.
Die Erkrankung kann zusammen mit anderen intrakraniellen Problemen (Blutung, Tumor, Infektion, Schädel-Hirn-Trauma) auftreten oder idiopathisch entstehen.
Wie wird Normaldruckhydrozephalus abgeklärt?
- Ausführliche Anamnese und neurologische Untersuchung
- Kognitive Tests (z. B. Mini-Mental-Status-Test)
- MRT des Gehirns
- Lumbalpunktion oder temporäre Liquordrainage zur Beurteilung der klinischen Reaktion
Ein nachgewiesener klinischer Nutzen in diesen Tests erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Vorteils durch eine operative Behandlung.
Kann Demenz gestoppt werden?
Wenn die Ursache Normaldruckhydrozephalus ist, kann die Krankheitsprogression gestoppt werden; bei manchen Patienten kann sich die Symptomatik teilweise zurückbilden.
Wie hoch ist die Erfolgsrate der Shunt-Operation?
Nach verschiedenen Serien:
• etwa 60 % zeigen früh eine deutliche klinische Besserung nach Shunt-Anlage,
• eine anhaltende und klinisch relevante Langzeitbesserung tritt bei etwa 25–35 % auf,
• der Erholungsprozess kann bis zu vier Monate dauern.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist eine kürzere Symptomdauer (häufig unter 6 Monaten).
Wie funktioniert die Shunt-Behandlung?
Antwort: Shunt-Systeme sind Ventil-und-Schlauch-Systeme, die überschüssigen Liquor kontrolliert aus dem Gehirn in die Bauchhöhle ableiten. Ziel ist ein Druckausgleich und eine Verbesserung von Gang, Blasenkontrolle und kognitiven Funktionen. Shunts können langfristig im Körper verbleiben; bei Funktionsstörung kann ein Austausch erforderlich sein.

